„Liebes Publikum, wir würden heute Abend gerne eine Neiddebatte starten."
Ein Gedankenexperiment: Eine neue Erbschaftsreform sorgt dafür, dass jährlich bis zu 400 Milliarden Euro per Losverfahren abgegeben werden. Der Ort der Umsetzung: Die Agentur für Arbeit. Vier Personen prallen in der Behörde aufeinander: eine entmündigte Erbin, eine kämpferische Bürgergeldempfängerin sowie zwei pflichtgetreue Sachbearbeiter des Amtes.Bisher entscheidet die Eierstocklotterie darüber, ob wir in den Wohlstand oder in die Armut hineingeboren werden. Studien belegen, dass dieser Zufall der Geburt auch in einer freien Gesellschaft über den weiteren Lebensweg der meisten Menschen mitentscheidet.
JEEPS ist eine satirisch-bitterböse Komödie über Gerechtigkeit, Solidarität und die geliebte finanzielle Sicherheit. Über unseren Empathieradius und die Absurditäten der Bürokratie. Über die Hilflosigkeit angesichts der Machtausübung von Staat und Amt, die über den weiteren Verlauf des eigenen Lebens bestimmen könnten.
Die Autorin und Regisseurin Nora Abdel-Maksoud (*1984) setzt mit dem Stück an einem tiefen sozialen Sicherheitsbedürfnis an. Sie verhandelt die strukturellen Bedingungen einer Gesellschaft, in der Klassenunterschiede gleichzeitig wirken und negiert werden. Mit bissiger Zuspitzung, schwarzem Humor und Präzision seziert Abdel-Maksoud unser Denken und Handeln auf Basis von Kontoständen, Testamentseröffnungen und gefühlten Bedrohungen.
Regie: Stefan Schneller
Bühne/Musik: Michel Bövers
Kostüme: Heike Betz
Abendtechnik: Rainer Benedict
Es spielen: Johannes Fleckenstein, Oliver Hepp, Anne Maier, Clara Renner