„Wenn’s mich fragen, der Teufel hat’s geholt!“
Ein brutaler Sechsfachmord erschüttert die Einöde Tannöd. Im Heu, im Bett, in der Kammer werden die Leichen der Danners geborgen: der Bauer, seine Frau, die Tochter mit den beiden Kindern, die neue Magd – ermordet mit einer Spitzhacke. Der Täter? Unbekannt. Spuren gibt es keine, die Motive sind unbekannt. Jetzt geht die Angst um. War die Tat eine Strafe Gottes, ein geplanter Raubmord oder vielleicht doch späte Rache für erlittenes Unrecht?Der alte Danner soll die Familie wie ein Patriarch brutal regiert haben, von Inzest und Gewalt ist die Rede. Es ist ein offenes Geheimnis im ganzen Dorf, doch erst der kaltblütige Mord bringt die Menschen zum Reden. Nach und nach erzählen die Beteiligten mosaikartig in Rückblenden und inneren Monologen die Geschehnisse. Ein traumatisches Beziehungsgeflecht wird sichtbar, denn hinter der Fassade der Gottesfürchtigkeit und ländlichen Idylle verbergen sich allerorten dunkle Geheimnisse.
Mit ihrem Debütroman „Tannöd“ schuf Andrea Maria Schenkel ein Meisterwerk der deutschen Kriminalliteratur. Die Theaterfassung entwirft ein psychologisches Drama über Schuld, Bigotterie und das beklemmende Schweigen einer abgeschotteten Gemeinschaft, das die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen lässt.
Regie: Birgit Franz
Bühne/Kostüme: Karlheinz Beer
Musik: Siggi Michl
Maske: Judith Anthony
Abendtechnik: Rainer Benedict
Es spielen: Michaela Beuschel, Zoe Edelmann, Philipp Hildmann, Harald Höreth, Sylvia Lauterbach, Frank Müller, Anne Raith, Ella-Maria Steiner, Zacharie Tissier, Conny Trapper