„Und wenn man mich vergisst, dann ist das kein Verlust. Es ist… Freiheit.“
Kurz vor ihrer Hochzeit mit dem württembergischen Herzog Carl Eugen entwischt Friederike dem höfischen Zeremoniell und begegnet im Ruinentheater Sanspareil dem jungen Gärtner Johann, der von Freiheit, Gleichheit und ungezähmter Natur träumt. Jahre später kehrt sie – ernüchtert von einer gescheiterten Ehe und schweren Verlusten – an den Ort ihrer Kindheit zurück.Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth (1732 -1780), laut Casanova „die schönste Prinzessin Europas“, steht in der Geschichte oft im Schatten ihrer berühmten Mutter, Wilhelmine von Bayreuth. Während Wilhelmine als Musikerin, Schriftstellerin und Bauherrin in der Erinnerung präsent bleibt, ist die Tochter aus der historischen Wahrnehmung beinahe verschwunden. „Friederike – Ohnegleichen“ holt diese beinahe vergessene Figur aus dem Schatten hervor und gibt ihr eine eigene Stimme: Nicht mehr nur als Tochter oder Ehefrau, sondern als eigenständige Gestalt, zerrissen zwischen höfischer Repräsentation, politischer Heirat und persönlicher Entfremdung.
In poetischen Bildern verbindet das eigens für Sanspareil konzipierte Schauspiel historische Ereignisse mit mythologischen Motiven und Traumsequenzen. Zwischen den Stimmen der Vergangenheit, Figuren aus der Telemach-Erzählung und dem Schatten ihrer Mutter sucht Friederike nach ihrem eigenen Weg.
Mit dieser Produktion betritt die Studiobühne erstmals auch inhaltlich Neuland: Zum ersten Mal setzt sie sich im Entstehungsprozess eines Stücks mit den Möglichkeiten und Fragen von Künstlicher Intelligenz auseinander. Das Projekt versteht sich dabei als künstlerisches Experiment und als Einladung, über neue Formen des Schreibens, Erinnerns und Erzählens nachzudenken.
Regie/ Bühne/ Kostüm: Julius Theodor Semmelmann
Maske: Andrea Ferri
Regieassistenz: Bibi Bialas-Müller, Cora Küffner
Es spielen:
Alexandra Berner, Constanze von Fabeck, Gregor Mämpel, Lele Suendorf, Michaela Vollmuth, Christopher Wenzlau
VORTRAG UND ÖFFENTLICHE PROBEN
im Rahmen der Residenztage Bayreuth & Sanspareil
Sonntag, 17. Mai 2026
12.00 UhrVortrag in der Burg Zwernitz
"Friederike - Ohnegleichen": Die Entstehung eines Theaterabends für Sanspareil - zwischen historischen Unschärfen und Phantasie
Julius Theodor Semmelmann, Bühnen- und Kostümbildner
Im Sommer 2026 präsentiert die Studiobühne Bayreuth die Uraufführung eines eigens für Sanspareil geschaffenen Bühnenwerkes. "Friederike - Ohnegleichen" ist eine Annäherung an Markgräfin Wilhelmines oft im Schatten stehende Tochter Herzogin Friederike von Württemberg. Autor und Regisseur Julius Theodor Semmelmann gibt erste Einblicke in Hintergründe, Entstehung und Ausstattung des Stückes.
Treffpunkt: Steinsaal der Burg Zwernitz
Dauer: 60 Minuten
Teilnahme: 3,– € · Eintrittskarte Sanspareil erforderlich
14.00 und 15.30 Uhr
"Friederike - Ohnegleichen": Öffentliche Proben im Ruinentheater
Erleben Sie, wie das historische Theater zum Leben erwacht. Zwischen historischer Theaterpraxis und Gegenwart entsteht eine Szene für die Uraufführung von "Friederike - Ohnegleichen" im Sommer 2026.
Treffpunkt: Ruinentheater im Felsengarten Sanspareil
Dauer: 40 Minuten
Hinweis: Bei Sturm oder Regen findet dieser Programmpunkt im Steinsaal der Burg Zwernitz statt