Poetisch. Prosaisch. Persönlich.


Eine literarische Begegnung: Werner Nennich schreibt im Freien, sucht die jahres- und tageszeitlichen Impressionen der fränkischen Natur festzuhalten. Der Autor stammt aus dem Frankenwald. Seine Liebe und Verbundenheit zum Wald spiegeln sich in faszinierender Weise in seinem Buch „Waldsymphonie“.

"Schneefall. Der Schnee übernimmt die Form, türmt ein Abbild auf die Pflanzen, Büsche und Bäume, ein Abbild wie der Schatten, jedoch himmelseitig, oben auf Ästen und Nadeln, die weiße Verdoppelung der Natur. Erst dünnschichtig, wie Watte leicht, dann wachsen die Hauben, die Kronen, alles wird größer und heller, verschwindet zunehmend die Urform, die Urfarbe, ist zuletzt die Fichte nur noch eine Pyramide, ist der Wald nur noch ein weißes Feld, so still, so eingepackt, so verborgen in der Ferne."

„Ich höre den Wald, die Bäume, die literweise das Mineralwasser, das Zuckerwasser nach oben ziehen, ich höre die Vögel, das Rascheln eines Tieres auf dem Boden,  die schnurrschnellen Schläge des Spechts, die Gerüche, Düfte spielen um mich und entlang der Nasenwände, bleibt ein Geschmack auf Lippen, Zunge, Gaumen und Hals, schmecke ich die Lebendigkeit, meine Finger tasten den warmen Boden, wickeln zärtlich einen Grashalm und lassen ihn wieder fahren“.

Es liest der Autor und Ensemblemitglieder der Studiobühne.

Eintritt gegen Spende!
SO
15
MÄR
Lesung17.00 Uhr, Theaterkeller
Waldsymphonie
von Werner Nennich